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22.03.2018, 15:23 Uhr

Martin Sträßer: „Es liegt viel Arbeit vor uns“ - NRW-Schulministerin bringt Gesetzentwurf für G9 in den Landtag ein

Viele Jahre wurde eine intensive öffentliche Diskussion mit dem Ziel geführt, von einem Abitur nach acht Jahren (G8) wieder zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückzukehren.

Die NRW-Koalition aus CDU und FDP ist dem breiten Wunsch der Bevölkerung gefolgt und hat heute den „Gesetzentwurf zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge im Gymnasium“ in den Landtag eingebracht. „Damit bringen wir ein wesentliches schulpolitisches Reformprojekt aus dem Koalitionsvertrag auf den Weg“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Sträßer, der Mitglied im federführenden Ausschuss für Schule und Weiterbildung ist.

Der Gesetzentwurf enthält eine „Leitentscheidung für G9“. Sträßer: „Alle öffentlichen Gymnasien werden zum Schuljahr 2019/2020 automatisch auf G9 umgestellt. Wir zwingen aber kein Gymnasium zur Umstellung.“ Gymnasien, die G8 fortsetzen möchten, müssen einen entsprechenden Beschluss mit mehr als 2/3 der Stimmen der Schulkonferenz fassen. Widerspricht der Schulträger nicht, bleibt das Gymnasium bei G8“. Sträßer macht keinen Hehl daraus, dass er sich „wegen der Vielfalt der Angebote“ wünscht, dass viele Gymnasien davon Gebrauch machen.

Bis zur Sommerpause soll das Gesetz verabschiedet werden. „Das wird nicht einfach sein, denn es geht hier nicht nur um ein zusätzliches Schuljahr, sondern um einen tiefgreifenden Eingriff in Schulstruktur und Lerninhalte.“ Einer Fehleinschätzung will Sträßer schon jetzt vorbeugen: „Das Abitur wird nicht einfacher. Im Gegenteil: wir haben vor, die Qualität des Abiturs wieder zu verbessern.“ 25 Fachlehrpläne müssen bis zum Schuljahr 2019/2020 überarbeitet werden. Das sollten Eltern bei der Schulwahl bedenken. 

Auch auf viele Kommunen kämen zusätzliche Investitionen zu. Ob dies auch für die Städte des Kreises Mettmann gilt, sei ihm noch nicht bekannt. Grundsätzlich habe das Land aber die Bereitschaft erklärt, investive Mehrkosten zu übernehmen.

„Ob für uns im Land, für die Städte und die Schulen: es liegt noch viel Arbeit vor uns. Packen wir’s an!“ so Sträßer abschließend.