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20.06.2018, 11:18 Uhr

„Die meisten Gesetze betreffen immer auch Kinder“

Die neue Vorsitzende des Kinderschutzbundes Rita Marketa Trudslev hatte eine lange Themenliste vorbereitet für den Antrittsbesuch des Bundestagsabgeordneten Peter Beyer

Die neue Vorsitzende des Kinderschutzbundes Rita Marketa Trudslev hatte eine lange Themenliste vorbereitet für den Antrittsbesuch des Bundestagsabgeordneten Peter Beyer. | © Peter Beyer MdB.

Seit Jahren wird darüber gestritten, ob Kinderrechte zusätzlich in die Verfassung aufgenommen werden sollen. Beim Antrittsbesuch des Bundestagsabgeordneten Peter Beyer (CDU) bei der neuen Ratinger Vorsitzenden des Kinderschutzbundes, Rita Marketa Trudslev, berichtete er, dass Bewegung in die Diskussion gekommen sei. Darüber hinaus thematisierte sie den Nachholbedarf der Förderung von Lernangeboten für mehr Medienkompetenz, damit Kinder und Jugendliche sicher durchs Internet sowie die sozialen Netzwerken surfen lernen.

„Kinder müssen von Anfang an gleiche Chancen und beste Bildungsmöglichkeiten haben, egal wo sie aufwachsen und aus welchen sozialen Verhältnissen sie stammen“, bekräftigte die Vorsitzende ihre Forderung „Kinderrechte ins Grundgesetz“ und erinnerte Beyer an das Wahlversprechen der Union im vergangenen September 2017. Sie begrüßte, dass das Thema im Koalitionsvertrag von Union und SPD konkret aufgenommen wurde. Damit ständen die Chancen gut, dass die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Bundestag und im Bundesrat für dieses wichtige Vorhaben zustande kommt.

Der Bundestagsabgeordnete ist der Überzeugung, Kinder hätten andere Bedürfnisse als Erwachsene und seien anderen Gefahren ausgesetzt. Deshalb sei es gut, wenn Kinderrechte Verfassungsrang erhielten. Beyer betonte: „Die meisten Gesetze betreffen immer auch Kinder, direkt oder indirekt.“ In der vergangenen Woche habe sich erstmals auf Bundesebene eine Arbeitsgruppe zum Thema getroffen, an der neben den Justiz- und Familienministerien auch das Bundesinnenministerium und das Kanzleramt inhaltlich beteiligt sind. Das Gremium soll bis Ende kommenden Jahres einen Vorschlag für eine Verfassungsänderung vorlegen.

Auf offene Ohren stieß auch das zweite Thema des Vormittags: Kinder und Jugendliche im Internet vor Gewalt zu schützen. Medien seien aus dem Alltag von Mädchen und Jungen längst nicht mehr wegzudenken, so Marketa Trudslev. Zur Grundausstattung gehörten mittlerweile der Computer und das Smartphone, jeweils mit Internetzugang. Studien belegten, dass Kinder und Jugendliche das Netz nicht nur zum Recherchieren und Hausaufgaben nutzen. Sie bewegten sich autark in sozialen Netzwerken. Cybermobbing und Datenklau seien auch im Kinderzimmer präsent. So war es für sie positiv zu hören, dass sich die Kinderkommission des Deutschen Bundestages sich in der laufenden Legislaturperiode neben der kindgerechten Justiz, auch der Digitalisierung und des damit verbundenen Schutzes des Kinderwohles widmet.